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Oder auch nicht! Denn manches ist (zumindest in seinen Wurzeln) immer noch mittelalterlich, man weiss es nur nicht bzw. vermutet es nicht.
Mal schauen was der eine oder andere wiedererkennt.

Behaglich

- in der Bedeutung von "gemütlich, heimelig" stammt ab vom Wort "Hag" - ein Hag ist eine Umfriedung aus Buchen, die Häusern damals etwas Schutz bot.
Innerhalb des Hags war es behaglich.
Einen Zahn zulegen - Im Sinne von "etwas beschleunigen" stammt aus der Küche. ZahnleisteDer Kessel hing an einer Zahnleiste über dem Feuer anhand derer man den Abstand zur Hitzequelle einstellen konnte.
Einen Zahn zulegen hieß in diesem Zusammenhang den Kessel "einen Zahn näher ans Feuer bringen" also das Ganze etwas heißer zu kriegen und schneller zu garen.
Im Bild ist solch eine Zahnleiste in der Feuerstelle zu sehen.
Skrupellos - Das Skrupel war eine Apothekergewichtseinheit. Ein Apotheker ohne Skrupel war jemand der nicht genau wog/ wiegen konnte und von daher betrog.
Munt - Die Munt war das Hausrecht des Mannes, dem alle zum Hausstand gehörenden Personen unterworfen waren, i.e. Frau, Kinder und selbst das Gesinde. Heute noch zu finden in den Worten "Mündigkeit" und "Vormund" bzw. "Mündel".
Unter die Haube kommen - Als Synonym für Heiraten stammt von der Sitte dass verheiratete Frauen ihre Haar zu bedecken hatten. Sie kamen damit "unter die Haube".
Die Tafel aufheben - bedeutet heute (wie damals) dass das gemeinsame Essen beendet ist. Nur wurde seinerzeit tatsächlich die (Holz)Tafel aufgehoben und weggestellt, denn sie wurde nur für diesen Zweck aufgebaut um nicht im Raum zu stören.
Auf den Hund kommen - Stammt aus der Zeit als man seine Habseligkeiten (wie die Aussteuer und Vorräte, Geld etc.) in einer Truhe lagerte. Am Boden solcher Truhen waren oft Schutzsymbole eingeritzt. unter anderem ein hund. Wenn man diesen sehen konnte, weil die Truhe leergewirtschaftet war, kam man "auf den Hund"
Hund begraben - Der berühmte Hund, der irgendwo begraben liegen soll, stammt allerdings nicht wirklich vom Tier ab, sondern vom mittelhochdeutschen "hunde" , was soviel bedeutet wie Schatz oder Beute. "Da liegt ja der Hund begraben" ist also eher ein Ausruf wenn man einen Schatz findet als die heute gebräuchlich Variante wenn man "etwas durchschaut/ durchblickt" hat.
In Butter - Wer kennt das nicht "Hier ist alles in Butter"? Hier ist alles in Ordnung!
Aber woher stammt das? Man glaubt es kaum, es kommt aus dem mittelalterlichen Transportwesen. Zum Schutze der wertvollen Gläser die über weite Strecken auf unmöglichen Strassen transportiert wurden senkte man den Bruch der kostbaren Güter dadurch, dass man sie in Fässern voller Butter transportierte. Einfach ein- und wieder auszuschmelzen, sowie perfekt gepolstert.
Die hohe Kante - Auch heute noch spricht man vom Geld auf der hohen Kante, wenn Reserven gemeint sind. Damals legte man buchstäblich Wertgegenstände
auf den oberen Brettern die sich an den Aufbauten eines Bettes befanden ab.
Blau machen = frei machen/ haben. Kommt aus der Küpenfärberei, als die eingeweichten Stoffe zum Färben an der Luft hängen mussten um Blau zu werden. (Küpenfärberei braucht den Luftsauerstoff zur Farbgebung). Der Färber konnte nichts anderes tun als "Blau zu machen". Er hatte frei.
   
  wird noch erweitert.....

 

 
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